Markt & Studien
Hier finden Sie die Key Facts zur Entwicklung des Marktes für Gemeinschaftsverpflegung. Außerdem werden hier wichtige Studien und Forschungsprojekte zum Thema aus den vergangenen Jahren aufgelistet. Bei der Zusammenstellung der Liste wurden wir von der Deutscher Fachverlag GmbH (DFV) unterstützt.
Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sind Sie an einer Veröffentlichung interessiert? Eine kurze Nachricht an m.marquardt@mg-niedersachsen.de genügt.
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Marktbeschreibung
Millionen Menschen nutzen täglich die unterschiedlichen Einrichtungen und Angebote der Gemeinschaftsverpflegung (GV). Dabei prägt die Branche hochgradig das Verzehrverhalten von Schülern, Studenten, Patienten und Gästen jeden Alters.
Im Kern handelt es sich bei der Gemeinschaftsgastronomie um drei große Branchensäulen: Betriebsverpflegung (Business), Kliniken und Heimverpflegung (Care) sowie Mensen/Schulen/Kitas (Education). Die Gemeinschaftsgastronomie gilt als Mengenmarkt, d. h. ein Segment innerhalb des Außer-Haus-Marktes, in dem bedeutende Volumina in hoher Konzentration umgesetzt werden. Das Gesamtmarktvolumen liegt bei ca. 17,6 Milliarden Euro. Experten gehen von einem Wareneinkaufsvolumen zwischen 40 und 50 Prozent dieses Wertes aus.
Weitere Informationen zum Markt
Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland – Stellenwert und Strukturen
Hrsg.: Deutsche Geselschaft für Ernährung e. V., Bonn
Broschüre Gemeinschaftsgastronomie
https://www.dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Startseite/01_UEber_uns/05_Fachabteilungen/02_Gemeinschaftsgastronomie/DEHOGA_Gemeinschaftsgastronomie_eine_starke_Branche_November_2024.pdf
Hrsg.: DEHOGA Bundesverband, Berlin
Die Größe des Unternehmens ist ein entscheidendes Kriterium für die Struktur der Mitarbeiterverpflegung. Mit ihr steigt zunächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeiter überhaupt ein Angebot erhalten. Je mehr Mitarbeiter, desto häufiger existiert eine Küche vor Ort und desto eher wird diese vom Unternehmen selbst, in Eigenregie, geführt.
In Niedersachsen existieren laut der Marktforschungsgesellschaft BTG 599 Unternehmen mit einer Betriebsverpflegung (www.businesstargetgroup.de 2026).
Von den 100 größten niedersächsischen Unternehmen haben rund 74 % eine Kantine oder Betriebsrestaurant für Ihre Mitarbeiter (Quelle: Erhebung der Marketinggesellschaft 2015).
Der mit Abstand größte Betreiber in Eigenregie ist die Volkswagen AG mit mehreren Kantinen in Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Emden Salzgitter. Allein im Werk in Wolfsburg werden 12 Betriebsrestaurants, 10 Bistros, 7 SB Shops, 3 Verkaufsmobile, 627 Automaten und 13 Kaffeebars betrieben.
Eine detailliertere Aufstellung zur Struktur und Größe aller niedersächsischen Unternehmen mit Betriebsverpflegung liegt bisher nicht vor.
Der Gesundheitsmarkt gilt als einer der Wachstumsmärkte in der deutschen Gemeinschaftsverpflegung. Gerade in Zeiten des zunehmenden Wettbewerbs sehen viele Kliniken und Heime die Gastronomie mehr denn je als eine Profilierungschance.
Gesundheit gilt als Megatrend des 21. Jahrhundert. Insbesondere die Segmente Klinik und Heim werden von dem Bewusstseinswandel der Bevölkerung erfasst, Gesundheit immer mehr als Konsumgut zu begreifen. In der Krankenhauslandschaft verringert sich die Zahl der Häuser und die Zahl der Tagespatienten steigt. Für Küche und Services ergeben sich daraus neue Chancen.
In Niedersachsen sind aktuell 278 Betriebe im Segment Kliniken & Reha und 2.009 im Bereich Heimverpflegung (Senioren-, Kinder- und Jugendheime, Behinderteneinrichtungen, sonstige Heime) (Quelle: BTG, 2026).
Mensen
In den Hochschulen und Universitäten sind so viele Nachwuchsakademiker wie nie. Durch straffe Bachelor- und Masterstudiengänge wird die Mensa zunehmende zum Verpflegungsmittelpunkt der Studierenden. Außer dem Mittagstisch leisten dazu Cafébar, Snackangebote und Vending-Automaten einen wichtigen Beitrag.
Der Bereich Studentenverpflegung gilt schon lange als experimentierfreudiger Trendsetter für die gesamte Branche. Die Verpflegungskonzepte waren schon immer besonders modern und innovativ, mit viel Ambiente, multifunktionalen Angeboten, Free-Flow-Konzepten, Café- und Sandwichbars etc.
Insgesamt 57 Studentenwerke mit 910 Einrichtungen – Mensen und Cafeterien – versorgen im WS 2023/2024 mehr als 2,3 Mio. Studierende (Quelle: Deutsches Studierendenwerk).
Die 5 niedersächsischen Studentenwerke versorgen 184.323 Studierende (2023) und bewirtschaften 49 Mensen und Cafeterien.
Die Studentenwerke sind absolute Vorreiter im Einsatz von regionalen, ökologischen Produkten. Ebenso gehören fair gehandelter Kaffee, Fleisch aus artgerechter Tierhaltung und vegetarische Angebote zum festen Bestandteil des Speiseplans. Aus einem in der Regel kleinem Angebot von nur wenigen Standard-Mittagsspeisen in bis Mitte der 90er Jahre, haben sich die Mensen – auch in Niedersachsen – zu modernen Studenten-Restaurants entwickelt, die ein Vielzahl an anspruchsvollen Speisen offerieren. Außerdem existieren weitere 14 private Hochschulen in Niedersachsen, die nicht über die Studentenwerke versorgt werden. Die Anzahl der Studenten und die Situation der Speisenverpflegung an diesen Hochschulen ist bisher nicht erhoben.
Kitas & Schulen
In Niedersachsen gibt lt. Niedersächsischem Kultusministerium 5.439 Kita-Einrichtungen (ohne Horte) und 3.066 Schulen inkl. Privatschulen (Quelle Niedersächsische Landesschulbehörde).
Aktuell besuchen knapp 300.000 Kinder eine Krippe oder einen Kindergarten und werden in dieser Zeit auch mit unterschiedlich vielen Mahlzeiten verpflegt. Landesweit gehört nahezu überall eine Mittagsverpflegung zum regulären Angebot: 97 Prozent der Einrichtungen bieten mittags eine Mahlzeit an. Etwa vier Fünftel lassen sich von externen Verpflegungsdienstleistern beliefern; ein Fünftel kocht vor Ort frisch.*
*Quelle: Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Niedersachsen, 2024
Für das Schuljahr 2024/25 zählte das Statistische Bundesamt 32.836 allgemeinbildende Schulen in Deutschland mit 8.914.150 Millionen Schüler*innen (1). Wie schon im Vor-Schuljahr war die Zahl der Einschulungen weiter rückläufig (minus 2,2 %). Nach einer Vorausberechnung der Kultusministerkonferenz wird die Anzahl der Schüler*innen in allgemeinbildenden Schulen bis etwa 2030 auf 9,4 Millionen Schüler*innen anwachsen und dann bis 2040 sukzessive auf das derzeit aktuelle Niveau zurückgehen (2040: 8,9 Millionen) (10).
Mehr als die Hälfte der allgemeinbildenden Schulen (19.356 Schulen) arbeitete im Jahr 2024 im Ganztagsbetrieb oder stellte Ganztagsangebote zur Verfügung. Die meisten davon sind Grundschulen (11.345). Fast vier Millionen Schülerinnen und Schüler nehmen Ganztagsangebote wahr. (2) Für diese Schüler*innen ist auf Beschluss der Kultusministerkonferenz verpflichtend ein Mittagessen anzubieten.
Nach Ergebnissen der KIDA-Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) (2023) haben derzeit 69 % der Schüler*innen im Alter von 6 – 17 Jahren die Möglichkeit, ein warmes Schulessen in Anspruch zu nehmen. Ein Vergleich mit Daten aus der EsKiMo-Studie (2015 – 2017) des RKI zeigt einen Rückgang des Angebotes aufgrund pandemiebedingter Schulschließungen, der sich konsolidiert hat. So ermittelte die Eskimo-Studie noch eine Angebotsquote von 87 %. (3, 7)
57 % der Schüler*innen nutzen das Angebot mindestens einmal in der Woche. Jedoch ist bei vorhandenem Angebot die Nutzung der Schulverpflegung gestiegen (auf jetzt 57 %, Eskimo-Studie 43 %), vor allem bei den 6-11-Jährigen. (3, 7)
In einer Schulträgerbefragung ermittelte die Studie zu Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (2019) Daten zur Bewirtschaftungsform und zu den Verpflegungssystemen.
Welche Bewirtschaftungsform der Schulträger wählt, hängt von vielfältigen Faktoren und den Rahmenbedingungen vor Ort ab. Mit etwa 64 % überwiegt in Schulen in Deutschland die Fremdbewirtschaftung, gefolgt von einer Kombination aus Fremd- und Eigenbewirtschaftung (ca. 25 %). Bei dieser Kombination liefern Speisenanbieter die Speisen nur an, die dann von schul- bzw. trägereigenem Personal ausgegeben werden. Mit etwa 11 % werden die Schulen eigenbewirtschaftet, d. h. der gesamte Prozess der Speisenversorgung wird entweder durch den Schulträger selbst, durch Mensa- oder Fördervereine oder durch ehrenamtlich tätige Eltern organisiert. (4).
Weitere Informationen zur Kita- und Schulverpflegung finden Sie hier:
https://www.kitavernetzungsstelle-niedersachsen.de/zahlen-daten-fakten
https://www.gemeinsamgutessen.de/schulessen/zahlen-daten-fakten
Jugendherbergen
Ebenfalls Jugendherbergen fallen in der Gemeinschaftsverpflegung unter die Säule „Education“. Hierbei belegt eine Ende 2011 abgeschlossene Studie mit dem Titel „Wirtschaftliche Effekte der Jugendherbergsgäste in Deutschland“ des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e.V. (dwif e.V.) an der Universität München erstmals, dass die Jugendherbergen in Deutschland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellen. Untersucht wurden die Ergebnisse des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) im Jahr 2010 – mit bundesweit 536 Jugendherbergen Deutschlands größter Anbieter von Jugendunter-künften. Mit rund 10,2 Millionen Übernachtungen übersprang das DJH 2010 zum vierten Mal in Folge die 10-Millionen-Marke. Das Fazit der Studie: Die Gäste in den Jugendherbergen des DJH generieren mit ihrem Aufenthalt einen jährlichen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Euro.
Im Jahr 2024 konnte das DJH insgesamt rund 9 Millionen Übernachtungen in den 392 Jugendherbergen verzeichnen. Die wichtigsten Gästegruppen sind mit 41 % Schulen/Hochschulen und Familien mit 20 % sowie Wander- und Freizeitgruppen mit 16 %.
In den 4 niedersächsischen Jugendherbergen des Verbandes Nordmark wurden 2024 91.991 Übernachtungen das gebucht. Die 27 Jugendherbergen im Nordwesten (Landesverband Unterweser-Ems) verzeichneten 731.000 Übernachtungen.
Die zum Landesverband Hannover gehörenden 22 Jugendherbergen meldeten 354.000 Übernachtungen. Insgesamt verzeichnen die DJH in Niedersachsen und Bremen damit 1.176.991 Übernachtungen.
(Quelle: www.Jugendherberge.de).
Jahresbericht 2024 DJH Landesverband Hannover e. V.
Jahresbericht 2024 DJH Landesverband Unterweser-Ems e. V.
Jahresbericht 2024 DJH Landesverband Nordmark e. V.
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Strategien für mehr bioregionale Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung
Herausgeber: Universität Hohenheim
Die Top 33 Contract Caterer wachsen weiter
Herausgeber: dfv, gvpraxis, Frankfurt
Kommunikation von Regionalität bei Bio-Lebensmitteln in Hochschulmensen
Herausgeber: FiBL Deutschland e. V.
Meine, deine, unsere. Was uns als Gesellschaft beim Thema Ernährung wichtig ist.
Herausgeber: Robert-Bosch-Stiftung GmbH, Stuttgart
15. DGE-Ernährungsbericht
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Trendreport Ernährung 2025
Herausgeber: Nutrition Hub in Kooperation mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
Ernährung 3.0
Herausgeber: Deutsches Tiefkühlinstitut e. V., Berlin
Das digitale Gastroerlebnis – repräsentative Umfrage
Herausgeber: Metro AG
Beschaffung von Schulverpflegung
Herausgeber: Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung, Bonn
Mein Essverhalten 2024 – Was bei den Deutschen auf den Teller kommt
Herausgeber: Sodexo Services GmbH, Rüsselsheim
So is(s)t Deutschland 2024
Herausgeber: Nestlé Deutschland AG
Future Menus – die globalen Top Trends 2024
Herausgeber: Unilever Deutschland GmbH, Hamburg
Fleischersatz-Monitor 2024
Herausgeber: Splendid Research GmbH, Hamburg
Pflanzliches im Großgebinde – das braucht die Gastronomie
Herausgeber: ProVeg e. V., Berlin
Besser Essen in Kantinen und Mensen
Eine Analyse der Anbieter- und Nachfrageseite anhand von Beispielen guter Praxis und Handlungsempfehlungen
Herausgeber:
Umweltbundesamt
So nachhaltig is(s)t Kantine und Mensa
Nestlé Deutschland, gvpraxis und Business Target Group (BTG) entwickelten gemeinsam.
Herausgeber:
Ein Special von gvpraxis und Nestlé Deutschland
Mein Arbeitsplatz 2023: Über Wünsche, Wandel und Erwartungen in der Arbeitswelt
Studie von YouGov Deutschland GmbH im Auftrag von Sodexo
Herausgeber:
Sodexo Services GmbH
Trendreport Ernährung 2023
Herausgeber:
NUTRITION HUB in Kooperation mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
Future Menus 2023
Herausgeber:
Unilever Deutschland GmbH, Hamburg
Neustart 2022
Perspektiven schaffen. Corona-Bilanz 2020 – 2022
Herausgeber: DEHOGA Bundesverband e. V.
Label für Bio in der Gastronomie
Autorin: Janina Wittenberg (a’verdis)
Herausgeber: Infodienst 3/22
NRW isst besser – Wegweiser zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem in NRW
Autoren: Prof. Dr. Guido Ritter, Kirsten Reichardt, Janina Hielscher, FH Münster
Herausgeber: FH Münster
Mehrweg in der Take-away-Gastronomie
Studie im Rahmen des Projekts „Klimaschutz is(s)t Mehrweg“
Herausgeber: ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung gGmbH, Hannover
Food Waste 4.0 – Zwischenbilanz 2020. Reduktionsziele – Warenverlust – Umweltkennzahlen
Herausgeber: United Against Waste e. V., Plankstadt
Beurteilung ausgewählter Convenience-Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung und Handlungsempfehlungen zur Optimierung
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Bonn
Marktstudie zum Einsatz von Öko- und Regionalprodukten in Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung in Sachsen
Herausgeber: EkoConnect – Internationales Zentrum für den ökologischen Landbau Mittel- und Osteuropas e. V.
in Zusammenarbeit mit: NAHhaft e. V., 01099 Dresden
Arbeitsleben in Zeiten von Covid-19
Pressemitteilung und Infografiken
Herausgeber: Sodexo Services GmbH, Rüsselsheim am Main
Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Betriebsverpflegung: Empfehlungen und Tipps für Dienstleisterinnen und Dienstleister
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), Bonn
Pflanzlich. Nachhaltig. Gesund. Ein Wegweiser für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen
Herausgeber: BKK Provita
Autoren: Evamarie Stengel (a’verdis) unter Mitarbeit von Jasmin Jumtow (BKK Provita), Rainer Roehl (a’verdis), Petra Steffen (DKI)