Alle News
Mehr Bio auf Niedersachsens Tellern: Ministerin Miriam Staudte zeichnet Bio-Leuchttürme au

Mehr Bio auf Niedersachsens Tellern: Ministerin Miriam Staudte zeichnet Bio-Leuchttürme au

Vier Einrichtungen überzeugen mit ihren Konzepten – Wirtschaftlich tragfähige Umsetzung steht im Mittelpunkt

Mehr regionale Bio-Lebensmittel in Kantinen, Schulen, Kitas, Kliniken und anderen Einrichtungen: Wie das in der Praxis gelingen kann, zeigen die Preisträger des Wettbewerbs „Niedersachsens Bio-Leuchttürme der Gemeinschaftsverpflegung 2026“. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat am Montag (gestern) im Werkhof Hannover vier Einrichtungen ausgezeichnet, die mit ihren Verpflegungskonzepten beispielhaft für den Einsatz von Bio-Lebensmitteln stehen.

Ernährungsministerin Miriam Staudte gratulierte den Preisträgern: „Die Gemeinschaftsverpflegung bietet ein großes Potenzial für den heimischen Ökolandbau. Wo täglich viele Mahlzeiten ausgegeben werden, können Veränderungen bei Einkauf und Speiseplanung eine erhebliche Nachfrage nach Bio-Produkten erzeugen. Gleichzeitig stehen die Einrichtungen vor der Aufgabe, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit miteinander zu verbinden. Die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs haben mit besonders engagierten und innovativen Konzepten überzeugt. Damit setzen sie positive Impulse für die Weiterentwicklung anderer Küchen und Träger auf ihrem Weg zu mehr Bio auf dem Speiseplan.“

Die gleichwertigen Preisträger 2026 sind:

Erlebnispädagogisches Schullandheim Barkhausen – Ehlerding-Stiftung, Bad Essen (Landkreis Osnabrück): Dieser mit Bioland-Silber zertifizierte Preisträger überzeugt durch eine Mischung aus einem ganzheitlichen Konzept, das in Barkhausen seit Jahren gelebt wird, und der Leidenschaft des Teams, Neues umzusetzen. Pädagogische Programme behandeln „Bio“ im Rahmen von Artenvielfalt, Umweltschutz oder Ernährungsbildung bei Angeboten wie dem Brotbacken mit regional angebautem Bio-Getreide.

Ratatouille – feine Kinderküche. Karotte Partyservice GmbH, Oldenburg: Ratatouille Catering versteht „Bio“ nicht als Marketingversprechen, sondern als festen Bestandteil der Unternehmenskultur. Seit 2007 ist der Betrieb bio-zertifiziert, und seit 2025 hat er den Status Bioland Gold Plus. Bio-Qualität wird mit Regionalität, sozialer Verantwortung und aktivem Einsatz für eine nachhaltige Esskultur verbunden. Das „Mampfmobil“, ein Elektroauto mit mobiler Küche, fährt regelmäßig in die Einrichtungen und kocht dort mit den Kindern als Beitrag zur aktiven Ernährungsbildung. Insgesamt werden 4.000 Essen am Tag ausgeliefert.

Kindergruppe „Die Rübe“, Lüneburg: „Die Rübe“ ist ein freier Träger für Kindertageseinrichtungen in Lüneburg und versteht sich als institutioneller Rahmen für die Lebensweltgestaltung von Kindern und deren Familien. Die Einrichtung legt großen Wert auf gesunde, schmackhafte und ausgewogene biologische, vegetarische Vollwertkost. Sie strebt einen eigenverantwortlichen, ungezwungenen und besonders genussvollen Umgang mit Essen und Trinken an. „Die Rübe“ versorgt Kinder und Mitarbeitende seit 2011 vollwertig vegetarisch regional und saisonal mit nahezu 100 Prozent Biolandqualität.

„Rotzlöffel“ Bio-Kindercatering, Hannover Rotzlöffel versorgt seit mehr als zehn Jahren Kitas und Schulen in Hannover und der Region mit frischem Bio-Mittagessen. Fast alle verwendeten Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, Obst und Gemüse überwiegend aus Demeter-Landwirtschaft. Fleisch wird von regionalen Bioland-Metzgereien bezogen, der Fisch stammt aus nachhaltiger Fischerei, ergänzt durch vegetarische und vegane Angebote sowie eine konsequente Berücksichtigung von Allergien und Unverträglichkeiten.

Die Auszeichnung ist Teil des Projekts „Mehr Bio in der niedersächsischen Gemeinschaftsverpflegung“ des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ziel ist es, den Anteil regionaler und saisonaler Bio-Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung zu erhöhen und gleichzeitig tragfähige Liefer- und Absatzbeziehungen zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gemeinschaftsverpflegung aufzubauen. Im Rahmen des Projekts werden Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung unter anderem durch Vernetzungsveranstaltungen sowie ein Coaching- und Qualifizierungsprogramm bei der Weiterentwicklung ihres Angebots unterstützt. Dabei geht es auch darum, Speisepläne stärker auf eine regionale und saisonale Bio-Küche auszurichten und Einrichtungen auf dem Weg zu einer Bio-Zertifizierung zu begleiten.

Hintergrund

Das Projekt „Mehr Bio in der niedersächsischen Gemeinschaftsverpflegung“ wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziert und durch die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft (MGN) umgesetzt. Es richtet sich unter anderem an Betriebskantinen, Kitas, Schulen, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung. Neben einem höheren Bio-Anteil stehen regionale und saisonale Lebensmittel, die Vernetzung mit Erzeugern und Lieferanten sowie eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung im Mittelpunkt.